Rheumatologische Praxis am Feuersee, Dr. Weidner, Dr. Engel
Feuersee Stuttgart West

Liebe Patientinnen, liebe Patienten,

weiterhin bestimmt die Coronavirus-Pandemie und deren Auswirkungen große Teile unseres Lebens. Wir wollen Sie als unsere Rheumapatienten auf unserer Internet-Seite auf dem aktuellen Stand halten, hier mit besonderer Betonung des Themas Impfung:

Die seit Beginn des Jahres verfügbare Impfung gegen das Virus ist nach derzeitigem Kenntnisstand auch bei Rheumapatienten möglich und wird dringend empfohlen, sie ist die einzige Möglichkeit zur langfristigen Überwindung der für alle zunehmend schwer ertragbaren Pandemie mit all ihren Einschränkungen. Vor allem aber schützt sie wirkungsvoll vor einem schweren Verlauf.

Die Verfügbarkeit des Impfstoffs ist weiterhin noch begrenzt, so dass die vorgeschriebene Priorisierung unverändert zur Anwendung kommen muss. Aktuell (Stand 06.4.21) sind in Baden-Württemberg Personen über 60 Jahre impfberechtigt sowie Menschen in bestimmten Berufen, Lebenssituationen oder mit schweren Grunderkrankungen. Die für Baden-Württemberg geltende und von der Bundes-Impfverordnung abweichende Regelung können Sie einsehen unter:
www.impfen-bw.de

Patienten mit Autoimmunerkrankungen/rheumatischen Erkrankungen sind noch nicht impfberechtigt, sie werden in der Gruppe 3 der Bundes-Impfverordnung („mit erhöhter Priorität“) aufgeführt.

Zunehmend wird jetzt auch in den Praxen geimpft, auch wir planen eine Beteiligung an der Impfkampagne. Wann dies allerdings möglich sein wird, können wir derzeit noch nicht seriös vorhersagen.

Mit folgenden Punkten möchten wir Sie gesondert über drängende Fragen zur Coronavirus-Impfung informieren:

  1. Alle zugelassenen und verfügbaren Impfstoffe sind nach aktuellem Kenntnisstand sicher und gut wirksam. Genaue Studiendaten zur Sicherheit und Effektivität der verschiedenen Impfstoffe speziell bei Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen bzw. bei Patienten unter immunsuppressiver/ immunmodulierender Therapie liegen derzeit zwar noch nicht vor, in einer kleinen deutschen Studie konnte jedoch bei fast allen Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen eine positive Immunantwort (gemessen an der Antikörperbildung) und eine gute Verträglichkeit von SARS-CoV-2-Impfstoffen gezeigt werden.
  2. Alle zugelassenen und verfügbaren Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 sind keine Lebendimpfstoffe und somit bei Rheuma-Patienten unter immunsuppressiver/immunmodulierender Therapie uneingeschränkt verwendbar. Die Wirkung im Körper entspricht dem von Totimpfstoffen.

    Die Vektorviren in den Impfstoffen von AstraZeneca und Johnson&Johnson können sich im Menschen nicht vermehren, es sind also keine Lebendimpfungen.

    Somit kann der Einsatz sowohl der mRNA-Impfstoffe wie auch der Vektorimpfstoffe bei Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen und unter immunsuppressiver/ immunmodulierender Therapie empfohlen werden.
  3. Abgesehen von bekannten Allergien gegen Impfstoffkomponenten gibt es keine Kontraindikationen für die COVID-19-Impfung für Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen und für Patienten unter immunsuppressiver/immunmodulierender Therapie. Das Risiko venöser Thrombosen, insbesondere von Sinusvenenthrombosen, nach Impfung mit dem AstraZeneca/Oxford-Impfstoff ist äußerst gering und betrifft nach aktuellem Kenntnisstand fast ausschließlich Patienten unter 60 Jahren.

    Eine Impfung von Patienten über 60 Jahren ist somit sicher und effektiv.

    Letzteres haben neueste Studiendaten gezeigt. Selbst wenn dieser Impfstoff nicht die identische Wirkung von mRNA-Impfstoffen (wie BioNTech und Moderna) aufweisen könnte (dies ist noch nicht abschließend geklärt), ist es sinnvoller, eine Impfung mit einem Vektorimpfstoff durchzuführen, als überhaupt keinen Impfschutz zu besitzen. Schließlich geht es mit der Impfung vor allem darum, schwere Krankheitsverläufe der Infektion mit der Notwendigkeit eines Krankenhausaufenthaltes zu vermeiden. Dies lässt sich derzeit durch alle Impfstoffe erreichen!
  4. Basierend auf den Daten der in Deutschland verfügbaren SARS-CoV-2-Impfstoffe gibt es derzeit keine krankheitsbedingte Präferenz für einen SARS-CoV-2-Impfstoff gegenüber einem anderen. Daher sollten Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen jeden verfügbaren Impfstoff erhalten (unter Berücksichtigung der STIKO-Empfehlungen im Hinblick auf die Altersbegrenzung beim AstraZeneca/Oxford-Impfstoff, der nur für Patienten ab dem 60. Lebensjahr empfohlen wird). Eine Wahlmöglichkeit des Impfstoffs besteht aber nicht.
  5. Nach der SARS-CoV-2-Impfung sollten alle Personen weiterhin alle geltenden Abstands-, Hygiene-und Atemschutzmaskengebotsregeln und andere vorbeugende Maßnahmen befolgen. Betont werden muss, dass die Impfung nicht vollständig vor einer Infektion schützt - leichtere Verläufe sind durchaus möglich.
  6. Da ein gewisses Risiko einer Reaktivierung der rheumatischen Erkrankung nach Absetzen der immunmodulierenden/immunsuppressiven Therapie besteht, wird zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht empfohlen, eine bestehende Therapie wegen einer Impfung zu verändern. Als Ausnahme gilt hier die Gabe von langwirksamen B-Zell-depletierenden Substanzen (Rituximab). Diese Behandlung sollte mit dem Rheumatologen besprochen werden. Ansonsten empfehlen wir Ihnen, die Behandlung ununterbrochen zu fortzusetzen, auch wenn Ihnen im Impfzentrum oder vom Hausarzt eine andere Empfehlung gegeben wird.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:

https://dgrh.de/Start/Wissenschaft/Forschung/COVID-19/Impfung-gegen-SARS-CoV-2-f%C3%BCr-Menschen-mit-rheumatischen-Erkrankungen.html

Video: Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) empfiehlt die COVID-19-Impfung

Sollten Sie noch Bedenken gegenüber dem Impfstoff von AstraZeneca haben, können Sie sich mit folgendem Link weiter informieren:

https://dgrh.de/Start/Wissenschaft/Forschung/COVID-19/SarsCoV2-Impfung-mit-dem-Impfstoff-von-AstraZeneca.html

Bitte beachten Sie aber grundsätzlich vor allem 2 wichtige Punkte:

  1. Eine Wahlmöglichkeit des Impfstoffs besteht derzeit nicht. Bitte sehen Sie daher von Anfragen ab, welcher Impfstoff in Ihrem individuellen Fall „zu empfehlen ist”.
  2. Sollten Sie nicht bereits aufgrund einer der in der Impfverordnung aufgeführten Kriterien impfberechtigt sein, bitten wir Sie von Anfragen für ein Attest abzusehen. Die Ausstellung eines Attests ist derzeit nutzlos: Durch das Attest werden Sie nicht impfberechtigt, das heißt durch das Attest können wir Sie nicht in Ihrer gemäß Impfverordnung zugeordneten Priorisierungsstufe „verbessern“. Sollten Sie bereits ohne andere Impfberechtigung einen Termin vereinbart haben, bitten wir Sie, diesen zugunsten anderer Personen abzusagen. Das Impfzentrum wird Ihrem Impfwunsch nach Vorlage eines Attests wegen einer rheumatischen Erkrankung nicht folgen und Sie leider wieder wegschicken.

Ansonsten ist unsere Praxis weiterhin geöffnet, die bekannten Hygieneregeln bitten wir zu beachten. Sollten Sie an Symptomen einer grippeähnlichen Erkrankung leiden, bitten wir um Kontaktaufnahme zur Besprechung einer Terminverschiebung.


Ihr Praxisteam
Rheumatologische Schwerpunktpraxis am Feuersee
Dr. Engel und Dr. Weidner

Stand 10.04.2021

 

Rheumatologische Schwerpunktpraxis am Feuersee
Dr. med. Andreas Engel  •  Dr. med. Sven Weidner
Rotebühlstr. 66  •  70178 Stuttgart  •  Tel: (0711) 61 77 66  •  Fax: (0711) 615 39 15  •  info@praxisamfeuersee.de

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