Rheumatologische Praxis am Feuersee, Dr. Weidner, Dr. Engel
Feuersee Stuttgart West

Liebe Patientinnen, liebe Patienten,

weiterhin bestimmt die Coronavirus-Pandemie und deren Auswirkungen große Teile unseres Lebens. Wir wollen Sie als unsere Rheumapatienten auf unserer Internet-Seite auf dem aktuellen Stand halten, hier mit besonderer Betonung des Themas Impfung:

Die seit Beginn des Jahres verfügbare Impfung gegen das Virus ist nach derzeitigem Kenntnisstand auch bei Rheumapatienten möglich und wird dringend empfohlen, sie ist die einzige Möglichkeit zur langfristigen Überwindung der für alle zunehmend schwer ertragbaren Pandemie mit all ihren Einschränkungen. Vor allem aber schützt sie wirkungsvoll vor einem schweren Verlauf.

Seit dem 03.05.21 sind alle Patienten mit Rheumaerkrankungen impfberechtigt.

Die für Baden-Württemberg geltende und von der Bundes-Impfverordnung abweichende Regelung können Sie einsehen unter: www.impfen-bw.de

Ab sofort beteiligen wir uns auch an der in den Haus- und Facharztpraxen durchgeführten Impfkampagne. Hier können Sie sich für einen COVID-19-Impftermin in unserer Praxis registrieren.

Nachfolgend möchten wir noch gesondert Ihre drängenden Fragen zur Coronavirus-Impfung beantworten:

Kann ich mich als Rheumapatient gegen das Coronavirus impfen lassen?

Alle zugelassenen und verfügbaren Impfstoffe sind nach aktuellem Kenntnisstand sicher und gut wirksam. Genaue Studiendaten zur Sicherheit und Effektivität der verschiedenen Impfstoffe speziell bei Rheumapatienten vor allem bei Rheumapatienten unter einer Therapie liegen derzeit zwar noch nicht vor, in einer kleinen deutschen Studie konnte jedoch bei fast allen Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen eine positive Immunantwort (gemessen an der Antikörperbildung) und eine gute Verträglichkeit von SARS-CoV-2-Impfstoffen gezeigt werden.

Kann ich mich als Rheumapatient mit allen Impfstoffen impfen lassen?

Alle zugelassenen und verfügbaren Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 sind keine Lebendimpfstoffe und somit bei Rheumapatienten unter einer Therapie uneingeschränkt verwendbar. Die Wirkung im Körper entspricht dem von Totimpfstoffen.

Die Vektorviren in den Impfstoffen von AstraZeneca und Johnson&Johnson können sich im Menschen nicht vermehren, es sind also keine Lebendimpfungen.

Somit kann der Einsatz sowohl der mRNA-Impfstoffe wie auch der Vektorimpfstoffe bei Rheumapatienten mit einer Therapie als sicher betrachtet und empfohlen werden.

Gibt es Gegenanzeigen der Coronavirus-Impfung bei Rheumapatienten?

Abgesehen von bekannten Allergien gegen Impfstoffkomponenten gibt es keine Kontraindikationen für die COVID-19-Impfung für Rheumapatienten. Das Risiko venöser Thrombosen, insbesondere von Sinusvenenthrombosen, nach Impfung mit dem AstraZeneca/Oxford-Impfstoff ist äußerst gering und betrifft nach aktuellem Kenntnisstand fast ausschließlich Patienten unter 60 Jahren.

Eine Impfung von Patienten über 60 Jahren ist somit sicher und effektiv.

Letzteres haben neueste Studiendaten gezeigt. Selbst wenn dieser Impfstoff nicht die identische Wirkung von mRNA-Impfstoffen (wie BioNTech und Moderna) aufweisen könnte (dies ist noch nicht abschließend geklärt), ist es sinnvoller, eine Impfung mit einem Vektorimpfstoff durchzuführen, als überhaupt keinen Impfschutz zu besitzen. Schließlich geht es mit der Impfung vor allem darum, schwere Krankheitsverläufe der Infektion mit der Notwendigkeit eines Krankenhausaufenthaltes zu vermeiden. Dies lässt sich derzeit durch alle Impfstoffe erreichen!

Gibt es unter den Impfstoffen Präparate, die besser sind als andere – vor allem bei Rheumapatienten?

Basierend auf den Daten der in Deutschland verfügbaren SARS-CoV-2-Impfstoffe gibt es derzeit keine krankheitsbedingte Präferenz für einen Impfstoff gegenüber einem anderen. Daher sollten Rheumapatienten jeden verfügbaren Impfstoff erhalten (unter Berücksichtigung der STIKO-Empfehlungen im Hinblick auf die Altersbegrenzung beim AstraZeneca/Oxford-Impfstoff, der nur für Patienten ab dem 60. Lebensjahr empfohlen wird). Eine Wahlmöglichkeit des Impfstoffs besteht aber nicht.

Muss ich nach abgeschlossener Impfung weiter eine Schutzmaske tragen?

Nach der Coronavirus-Impfung sollten alle Personen weiterhin alle geltenden Abstands-, Hygiene-und Atemschutzmaskengebotsregeln und andere vorbeugende Maßnahmen befolgen. Betont werden muss, dass die Impfung nicht vollständig vor einer Infektion schützt - leichtere Verläufe sind durchaus möglich. Solange Inzidenzwerte noch hoch sind bzw. nur ein kleiner Prozentsatz geimpft ist, sind Lockerungen für Geimpfte aus medizinischer Sicht eher problematisch!

Mir wurde geraten, meine Therapie während der Impfphase zu pausieren – ist das richtig?

Da ein gewisses Risiko einer Reaktivierung der rheumatischen Erkrankung nach Absetzen der Medikamente besteht, wird zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht empfohlen, eine bestehende wirksame Therapie wegen einer Impfung zu verändern.

Als Ausnahme gilt hier die Gabe von langwirksamen, sogenannten B-Zell-depletierenden Substanzen (Rituximab - Mabthera®). Bei dieser Behandlung sollte vor der Impfung unbedingt mit dem Rheumatologen gesprochen werden.

Ansonsten empfehlen wir Ihnen, die Behandlung ununterbrochen fortzusetzen, auch wenn Ihnen im Impfzentrum oder vom Hausarzt eine andere Empfehlung gegeben wird z.B. damit die Impfung „überhaupt wirkt“. Hier ist vor allem folgende Überlegung wichtig: eine Pause von z.B. MTX für 1-2 Wochen verbessert die Impfantwort nicht, hierzu müsste eine längere Pause über mehrere Wochen erfolgen. Bei manchen Rheumapatienten reicht das aber schon aus, um einen Schub auszulösen. Von anderen Impfungen wissen wir dagegen, dass das Impfansprechen von Rheumapatienten (bei ununterbrochener Einnahme der Rheumatherapie) der Impfantwort von Personen ohne Behandlung entspricht oder fast gleichwertig ist.

Also: Setzen Sie Ihre Therapie ohne Pause fort.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:

https://dgrh.de/Start/Wissenschaft/Forschung/COVID-19/Impfung-gegen-SARS-CoV-2-f%C3%BCr-Menschen-mit-rheumatischen-Erkrankungen.html

Video: Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) empfiehlt die COVID-19-Impfung

Sollten Sie noch Bedenken gegenüber dem Impfstoff von AstraZeneca haben, können Sie sich mit folgendem Link weiter informieren:

https://dgrh.de/Start/Wissenschaft/Forschung/COVID-19/SarsCoV2-Impfung-mit-dem-Impfstoff-von-AstraZeneca.html

Bitte beachten Sie aber grundsätzlich vor allem 2 wichtige Punkte:

  1. Eine Wahlmöglichkeit des Impfstoffs besteht derzeit nicht. Bitte sehen Sie daher von Anfragen ab, welcher Impfstoff in Ihrem individuellen Fall „zu empfehlen ist”.
  2. Sollten Sie ein Attest zur Bescheinigung Ihrer Rheumaerkrankung wünschen: Dieses brauchen Sie nur im Impfzentrum. Ihr Hausarzt weiß, dass Sie rheumakrank sind und wird Sie auch ohne Attest impfen. Da unsere Praxis derzeit maßlos überlastet ist, bitten wir Sie, nur um ein Attest anzufragen, wenn Sie schon einen Termin im Impfzentrum bekommen haben. Die Ausstellung eines Attests ist auch kurzfristig sehr schnell möglich.

Ansonsten ist unsere Praxis weiterhin geöffnet, die bekannten Hygieneregeln bitten wir zu beachten. Sollten Sie an Symptomen einer grippeähnlichen Erkrankung leiden, bitten wir um Kontaktaufnahme zur Besprechung einer Terminverschiebung.


Ihr Praxisteam
Rheumatologische Schwerpunktpraxis am Feuersee
Dr. Engel und Dr. Weidner

Stand 03.05.2021

 

Rheumatologische Schwerpunktpraxis am Feuersee
Dr. med. Andreas Engel  •  Dr. med. Sven Weidner
Rotebühlstr. 66  •  70178 Stuttgart  •  Tel: (0711) 61 77 66  •  Fax: (0711) 615 39 15  •  info@praxisamfeuersee.de

Impressum  •  Haftungsausschluss  •  Datenschutz